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Sonntagsandacht zeitgleich 28.06.2020

27. Juni 2020

3. So. nach Trinitatis / Johannistag / 28. Juni 2020, 10 Uhr

Eine Kerze wird angezündet.

Die Glocken läuten und rufen zum Gebet.

Einstimmung

Liebe Gemeinde, am 24. Juni – vor 4 Tagen – war Johannistag. Der Johannistag ist Johannes dem Täufer geweiht. Johannes wird auch als Wegbereiter Jesu bezeichnet: Er taufte Jesus und wies auf ihn hin. Wie Johannes der Täufer ein Wegbereiter ist, so ist der Johannistag ein Wegzeichen, ein Wendepunkt. Der Tag weist uns sechs Monate voraus auf die Nacht des 24. Dezember: auf die Geburt Jesu. In unserer Andacht werden wir heute an Johannes den Täufer erinnern und mit ihm unseren Blick wenden: Johannes schaute auf Jesus und sagte: „Jesus muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“

Wir feiern unsere Andacht verbunden mit allen, die in der Lukaskirche sind, mit allen, die jetzt Zuhause zeitgleich Andacht feiern im Namen Gottes. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Psalmgebet (nach Psalm 92)

Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen; Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände. HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief. Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht. Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibest ewiglich.

Gott, ich bin hier. Und du bist hier. Ich bete zu dir. Und weiß: ich bin verbunden. Mit dir. Mit anderen, die zu dir beten. Genau jetzt. Genau so. Und ich bringe Dir alles, was war und ist in der Stille. - STILLE – Höre auf unser Gebet. Amen

Wir singen das Lied: „Dich rühmt der Morgen" (FreiTöne Nr. 8, 1+2)

Biblische Lesung:

Johannes der Täufer verkündigte vor Jesus das Evangelium – von ihm ließ Jesus sich taufen. Johannes wies in seiner Predigt auf Jesus hin. Wir hören das Zeugnis Johannes des Täufers:  „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ So steht es im Johannesevangelium, Kapitel 3:

Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und blieb dort eine Weile mit ihnen und taufte. Aber auch Johannes taufte in Änon, nahe bei Salim, denn es war da viel Wasser; und sie kamen und ließen sich taufen. Johannes war ja noch nicht ins Gefängnis geworfen. Da erhob sich ein Streit zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden über die Reinigung. Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der bei dir war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und alle kommen zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Amen.

Verkündigungsimpuls

Liebe Gemeinde, Konkurrenz belebt das Geschäft. Da hatte Johannes bis dahin vielleicht sogar ein Monopol inne – das Taufmonopol: Er taufte am Jordan, und sonst niemand. Die Leute kamen in Scharen zu ihm. Mit dem, was er zu bieten hatte, hatte er Erfolg. Der Erfolg war so groß, dass er an eine bessere Adresse umziehen konnte – an einen Ort am Fluss mit mehr Taufwasser, ein Stück weiter Richtung See Genezareth.

Doch bald darauf lässt der Zustrom der Taufwilligen bei Johannes nach. Woran das liegt, das bekommen die Mitarbeiter, die Jünger des Johannes bald heraus und berichten es ihm empört: „Rabbi, der Mann, der dich am anderen Jordanufer aufsuchte, der tauft jetzt auch, und alle gehen zu ihm!“ Meister, dieser Jesus, der hat da unten am Jordan einen Konkurrenzladen aufgemacht. Das geht doch nicht, der gräbt dir das Wasser ab!

Die Empörung ist groß. Doch Johannes reagiert anders, als seine Jünger es wohl erwartet haben. Er überlegt nicht, was er gegen diese Konkurrenz tun konnte, wie er wieder attraktiv werden könnte. Nein, im Gegenteil: Er freut sich! Er wertet es als Erfolg, dass sich Menschen von ihm abwenden und zu Jesus strömen.

Jesus ist eben kein Konkurrent, sondern auf ihn hat Johannes hingewiesen. Das war sein Auftrag: Die Menschen sollen durch die Taufe mit Gott ins Reine kommen – Johannes rief ja zur Buße: kommt ins Reine mit Gott, lasst euch taufen als Zeichen der Buße; die Menschen sollten aber ihn - Johannes - nicht zu wichtig nehmen.
Er geht ihm um die Taufe und darum, auf Jesus hinzuweisen: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Das machte ihm offenbar keine Angst: kleiner zu werden, schwächer, unbedeutender. Seine Verkündigung soll die Menschen mit Gott ins Reine bringen, mit Jesus in Verbindung.

Und dies höre ich heute ganz besonders heraus. Denn heute führen wir zwei junge Menschen in den Verkündigungsdienst unserer Kirche ein. Das ist ganz sicher etwas sehr Besonderes:

Wenn Ehrenamtliche sich fortbilden, um Gottesdienste eigenständig gestalten und feiern zu können. Und wir als Gemeinde sind ganz sicher mächtig stolz darauf, dass Charlotte und Henrik in das Lektorenamt eingeführt werden. Es ist etwas Besonderes, wenn ihr als junge Menschen auf der Kanzel steht und predigt. Dabei sicherlich auch viel Aufmerksamkeit erfahrt, die eurer Person gilt. Ihr steht dann nun mal im Mittelpunkt, wenn ihr Gottesdienste gestaltet. Und an dieser Aufmerksamkeit werdet auch ihr wachsen, Rückmeldungen werden euch den Rücken stärken – ihr werdet in diesem Lektorenamt reifen. Und das ist gut so!

Aber in eurer, in unserer Verkündigung geht es letztlich nicht um unser Ansehen. Es geht nicht um uns – nicht darum als Predigende zu glänzen und die Scharen anzulocken – es geht immer darum, Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen, Gottes Wort zu verkündigen. Wir müssen uns dabei nicht verstecken, nicht unser Licht nicht einen Scheffel stellen, aber unser Licht soll nur dem Raum schaffen, der das wahre Licht der Welt ist: Jesus Christus.

Und daher freue ich mich und freut sich die Gemeinde, dass ihr diesen Auftrag unserer Kirche mit erfüllen möchtet. Denn es ist nicht selbstverständlich – gerade in der heutigen Zeit. In euren Familien erlebt ihr zwar, dass Glauben, Gott und Kirche eine Rolle spielen, aber in eurem Umfeld erlebt ihr, dass dies für viele Menschen nicht der Fall ist – im Gegenteil. In einer immer mehr säkular werden Gesellschaft, die Gott und Glauben in Frage stellt, werdet auch ihr in Frage gestellt: mal belächelt, mal kritisch angegangen.

Deshalb möge euch Gottes Segen, den ihr heute zugesprochen bekommt, stärken für dieses Amt. Ich zumindest möchte euch darin ermutigen, euch auszuprobieren und freue mich, durch eure Augen und Ohren und durch eure Worte Gottes Wort verkündigt zu bekommen.

Und Johannes der Täufer gibt uns allen, die im Verkündigungsdienst tätig sind, auch persönlich mit, keine Angst davor zu haben, selber kleiner, unbedeutender zu werden. Johannes der Täufer zeigt, man kann darauf vertrauen, dass andere, die nach uns kommen oder neu hinzukommen, es gut machen werden, vielleicht sogar besser als wir: Er und sie muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.

Ich mache gerne für euch Platz auf dieser Kanzel – denn alle, die hier stehen machen Jesus Platz, damit sein Licht aufgehen kann.  Sein Licht, liebe Gemeinde, tragen wir alle in uns: das Licht des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe; Sein Licht, das wir am 24. Dezember feiern.

Wenn die Nächte am längsten sind. Wenn Gott zur Welt kommt, zu uns, bis in das Tiefste unserer Seele. Licht, das durch die Finsternis bricht. Freude, die nicht in Worte zu fassen ist. Ein Gefühl, wie es sein könnte, wenn wir am Ziel sind. Wir sehen es noch nicht, dieses Ziel.

Aber sie haben uns davon erzählt: die Propheten, die Wegbereiter, die auf dieses Licht hinzeigen. Danke, Johannes! Amen.

Wir singen das Lied: "Ich lobe meinen Gott" (freiTöne 82, Melodie = EG 272)

Einführungshandlung

Liebe Gemeinde, Lektoren sind Ehrenamtliche, die sich fortgebildet haben, um selbstständig Gottesdienst zu feiern. 

Charlotte und Henrik haben im letzten und in diesem Jahr die Ausbildungskurse besucht, und sie haben schon einige Gottesdienste hier in Lukas und auch in Barienrode bzw. Diekholzen mitgestaltet und einige eigenverantwortlich gestaltet. Als Lektorin bzw. Lektor erhalten sie die Beauftragung, in unserer Gemeinde oder auch in der Region eigen verantwortlich Gottesdienste vorzubereiten und zu feiern – dazu nutzen Lektoren vorbereitete Lesepredigten, die sie sich aneignen.

Ihr beide kommt aus der Mitte unserer Gemeinde, seid hier konfirmiert und als jugendliche Teamer tätig: sei es in der Konfirmandenarbeit, im Familiengottesdienstteam oder im Café Luca. Wir freuen uns riesig, dass ihr als Jugendliche nun auch in den Verkündigungsdienst geht – und das ist wirklich etwas ganz Besonderes.

Nicht nur, weil ihr zu den jüngsten Lektoren gehört, die es je in unserer Landeskirche gegeben hat – bisher war das Mindestalter 18 Jahre – das unterschreitet ihr jetzt noch ein paar Wochen; es ist etwas ganz Besonderes, weil ihr eben als Jugendliche, als junge Menschen weitergebt, was ihr durch Gott und Gottes Wort erfahrt, was euch wichtig ist, und mit eurer Art und Weise wiederum Menschen ansprecht. Wir dürfen durch euch eure Verkündigung erleben und darin sicherlich auch immer wieder Gottes Wort neu und anders hören.

Schriftlesung: Hört Gottes Wort

Und so schreibt der Apostel Petrus in seinem 1. Brief im 4. Kapitel:

„Dient einander – jeder mit der Gabe, die er erhalten hat. So erweist ihr euch als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes. Wenn jemand in der Verkündigung tätig ist, soll er Gottes Wort verkündigen. Wenn jemand für den Gemeindedienst zuständig ist, soll das aus der Kraft heraus geschehen, die Gott gibt. So soll in allem, was ihr sagt und tut, durch Jesus Christus Gott verherrlicht werden. Ihm gehört die Herrlichkeit und Macht für immer und ewig. Amen

Einführungsfrage:

Liebe Charlotte, bist du bereit, den Dienst einer Lektorin in unserer Gemeinde zu übernehmen, mit allen, die in der Gemeinde Dienst tun, zusammenzuarbeiten und dein Amt in Treue gegenüber dem Bekenntnis unserer Kirche zu führen, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.

Lieber Henrik, bist du bereit, den Dienst eines Lektors in unserer Gemeinde zu übernehmen, mit allen, die in der Gemeinde Dienst tun, zusammenzuarbeiten und dein Amt in Treue gegenüber dem Bekenntnis unserer Kirche zu führen, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.

Liebe Gemeinde, Seid ihr bereit, Charlotte und Henrik zu begleiten und ihnen Vertrauen zu schenken? Seid ihr bereit, sie zu unterstützen in ihrem Dienst und mit ihnen zusammen das gottesdienstliche Leben zu fördern, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.

Gebet

Gütiger Gott, mit vielen Gaben beschenkst du uns. Du möchtest, dass wir den Menschen von deiner Güte erzählen und wir deine heilsame Nähe feiern. So bitten wir dich: Segne den Dienst von Charlotte und Henrik. Schenke ihnen deinen Heiligen Geist, lass sie dein Wort mit Freude verkündigen, und schenke deine Gegenwart, wenn sie mit der Gemeinde Gottesdienst feiern. Amen

So führen wir euch in euren Dienst ein.

Gott segne deinen Dienst in der Gemeinde. Er stärke dich für deine Aufgaben und gebe dir Mut und Kraft. Friede sei mit dir. Amen

Fürbitten

Gütiger Gott, hier sind wir. Mit all unserer Freude und Hoffnung. Und auch mit unseren Sorgen und Ängsten.

Wir kommen zu dir, wollen Ruhe und Kraft finden durch deine Nähe.

Wir kommen zu dir mit all unseren Gaben und Begabungen und bitten dich: wirke durch uns.

Wir denken an alle, die sich einsetzen in ihren Gemeinden. Wir bitten dich, stärke sie.

Wir denken an die, die sich Sorgen machen, die darunter leiden, keine Sicherheiten mehr zu haben. Wir bitten dich, lass sie Halt finden.

Gott, wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Wir hören deine Ermutigung und deinen Ruf und beten mit den Worten, die uns im Herzen wohnen

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.  Amen

Segen

Gott, der Herr, segne dich und behüte dich. Gott, der Herr, lasse leuchten sein Angesicht über uns und sei dir gnädig. Gott, der Herr, erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.  

Einen gesegneten Sonntag und bleiben Sie behütet!